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Konventszeichen

Das Logo und die Kette

Der Rheingauer Weinkonvent hat sich als Erkennungsmerkmal ein Logo gegeben.

Dieses stellt zwei romanische Bögen dar, wie sie im Kreuzgang von Kloster Eberbach zu finden sind. In den Bögen ist eine Traube, um die Verbundenheit zum Wein zu symbolisieren, sowie das Mainzer Rad zu sehen. Der Rheingau gehörte durch eine Schenkung im Jahre 983 dem Erzbistum Mainz an. Aus diesem Grunde findet sich das Mainzer Rad in zahlreichen Wappen der Rheingauer Gemeinden und deshalb auch im Logo des Rheingauer Weinkonvents wieder.

Die Mitglieder zahlreicher Weinbruderschaften tragen zu Ihren Veranstaltungen bestimmte Insignien, wie z.B. Abzeichen, Amulette oder ähnliches.
Das Abzeichen des Rheingauer Weinkonvents stellt unter diesen eine Besonderheit dar. Es handelt sich um einen, an einem Lederband befestigten Eisenschlüssel der mit einer Kette um den Hals getragen wird. Grundlage ist die von der Rheingauer Heimatdichterin Hedwig Witte (+) verfasste "Eberbacher Klosterlegende".

Das ehemalige Zisterzienserkloster Eberbach ist Sitz des Rheingauer Weinkonvents und so lag es nahe, das Logo und das Abzeichen der Weinbruderschaft durch Nutzung der entsprechenden Bezüge zu gestalten.
Das Abzeichen wird jedem neuen Mitglied am Tag seiner Investitur zusammen mit einer Urkunde und dem Logo in Form einer Anstecknadel überreicht. Dabei wird im festlichen Rahmen in der Basilika von Kloster Eberbach auch die Klosterlegende verlesen.

Eberbacher Klosterlegende

In Eberbach beim großen Fass
der Prior sprach zum Abte:
"Gelobt sei Gott ohn' Unterlass,
der uns stets reichlich labte

mit Gnaden und mit edlem Wein,
Steinberger so gehießen,
und der in Erbach an dem Rhein
den Marcobrunn lässt fließen.

Um Gott in seiner Vaterhut
mit Herz und Zung' zu loben,
geziemt sich's, dass dies teure Gut
wir öfters sorgsam proben."

Sie nahmen's beide sehr genau
wohl mit dem Saft der Trauben,
denn wer in seinen Werken lau,
der ist es auch im Glauben.

So kamen sie auf ihrem Gang
auch an ein Fäßlein Weines,
das lag dort schon viel' Jahre lang.
(Ich glaub', es war was Feines.)

Es sprach der Abt: "Sieh hier, mein Sohn,
probier's - es dünkt mich heute,
als schwänge da ein falscher Ton
in dieses Wein's Geläute.

Nach Eisen möchte mir scheinen sehr,
will der Geschmack mich dünken.
Doch Gott schuf Eisen wohl zur Wehr,
gewisslich nicht zum Trinken!"

Der Pater Prior spitzt den Mund
mit Schlürfen, Schmatzen, Proben,
falt' fromm die Händ' um's Bäuchlein rund:
"Der Wein ist hoch zu loben.

Ein Mund voll Blume, rund und schwer,
ein Hauptwein, dass schmeckt jeder,
jedoch der Abtrunk hinterher
bedeucht mich fast wie Leder."

Sie ließen zu dem Richteramt,
zur Wahrheit Nutz und Frommen
die braven Mönche allesamt
jetzt in den Keller kommen.

Die probten hin und probten her.
Der Fall ließ keinen schlafen.
Ob's Leder oder Eisen wär?
Wen sollt man Lügen strafen?

Und als das Glöcklein rief ins Land
die Mönche all zur Mette,
probt brav die Bruderschaft selband
das Fass noch um die Wette.

Sie tranken's aus bis auf den Grund,
(weil halbe Arbeit Sünde)
und schauten oben durch den Spund,
ob sich die Ursach' finde.

Am Lederband ein Schlüsselpaar
von Eisen lag inmitten,
das dort dem Abt vor einem Jahr
war aus der Hand geglitten.

"Ei wahrlich! Gottes Gütigkeit
meint's gut mit seinen Knechten!"
Der Prior sprach's und sonder Streit
probt jeglicher zum Rechten.

"Gott gab uns Zungen" sprach der Abt,
"nicht nur, um ihn zu preisen,
auch um den Wein, der uns erlabt,
die Ehre zu erweisen!"

Hedwig Witte